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Ladenkino

 

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Ladenkino – TO GO!

Die Filmaufführung findet am Friedrichsweiher / Kreuzung Senefelderstraße in Offenbach statt.

Der Eintritt berträgt 15 Euro / erm. 10 Euro. Im Preis enthalten ist: FILM + WEIN + WASSER + SAFT + ESPRESSO

Filmbeginn gegen 20:30 Uhr, Einlass ab 20:00 Uhr.

BITTE BEACHTEN: Registrierung und Anmeldung über unsere Website oder direkt im Laden nötig. Zahlbar vorab im Laden bei/nach der Registrierung.

Zuschläge werden keine erhoben. Ermäßigungen – gelten für Schüler*innen, Studierende und Offenbacher*innen mit wenig Geld – erhältlich nur im LADEN artefakt.

 

Ladenkino ist ein Projekt von LADEN artefakt Offenbach und Daniel Brettschneider

Starkenburgring 4

63069 Offenbach www.artefakt-offenbach.de

F 069 83838344

E ladenkino@artefakt-offenbach.de

 

Die beiden Filme im September:

32 - EINE FRAU MIT BERAUSCHENDEN TALENTEN

Isabelle Huppert in komödiantischer Hochform

Freitag - 10.09.2021 - 20:00 Uhr - Filmbeginn: 20:30 Uhr - Ort: Am Friedrichsweiher / Kreuzung Senefelder Straße

EINE FRAU MIT BERAUSCHENDEN TALENTEN

33 - SOLINO

Fatih Akins Meisterstück „Solino“

Samstag - 11.09.2021 - 20:00 Uhr - Filmbeginn 20:30 Uhr - Ort: Am Friedrichsweiher / Kreuzung Senefelder Straße

SOLINO

Solino, Fatih Akin

31 - DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT

Alle müssen an die frische Luft – und wir müssen diesen Jungen einfach noch einmal mit Euch gemeinsam sehen! Als Blümmel und Daniel sich im Spätsommer 2019 mit den Rädern nach Bruchköbel aufmachten, um dort die Konstruktion eines Open Air Kinos zu begutachten, ahnten sie nicht, dass sie dieser Junge und die frische Luft  derart in den Bann ziehen würden. Ein Freiluftkinoabend, der nachhaltig wirkte, verzauberte, an den wir uns wohlig zurückerinnern. Denn Regisseurin Caroline Link beschreibt das prägende Familienleben Hape Kerkelings feinfühlig, humor- und liebevoll zugleich. Dabei dosiert sie Komik und Tragik so geschickt, dass nichts überwiegt, sich beides abwechselt und stets bedingt. Und dann wäre da eben noch dieser Junge (atemberaubend gespielt von Julius Weckauf!), der jede Szene für sich erobert, den Film mitunter alleine trägt. Wie er seine erkrankte Mutter zum Lachen bringt, wie er seine Trauer im Witz auslebt, wie der kleine Hans-Peter zu dem begnadeten Entertainer Hape wurde – all das ist herzzerreißend, komisch, anrührend, schmerzhaft, befreiend schön!

Samstag - 10.07.2021 - 20:00 - Einlass 20:30 Ort: Am Friedrichsweiher / Kreuzung Senefelder Straße

DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT

Der Junge muss an die frische Luft, Caroline Link, D 2018, 100 Min., FSK: ab 6 Jahren

30 - DIE GOLDFISCHE

Okay ja, klingt zunächst arg konstruiert: Als der egozentrische Workaholic Oliver (Tom Schilling) einen Verkehrsunfall mit anschließender Querschnittlähmung erleidet, trifft er während seiner Reha auf eine Wohngemeinschaft, in der Menschen mit Behinderung leben. Eigentlich war er dabei nur auf der Suche nach besserem WLAN, um seinen Job als Portfoliomanager so schnell wie möglich wieder ausüben zu können. Natürlich kommt aber alles anders – und selbstverständlich bietet diese Ausgangssituation eine ganze Menge Klischee-Gefahr und Zoten-Dichte. Dass es dem Film aber gelingt, durchgehend und vor allem gleichzeitig frech und einfühlsam, albern und aufrichtig zu sein, ist schon ein kleines Wunder. Das gesamte Darsteller-Ensemble ist in beeindruckender Topform, Jella Haase spielt zum Niederknien (man muss sich einfach in sie verlieben!) und das Timing zwischen Klamauk, Feinsinn und Figurenzeichnung schafft das, was selten ist im deutschen Kino: allerbeste Unterhaltung!

Freitag - 09.07.2021 - 20:00 - Einlass 20:30 Ort: Am Friedrichsweiher / Kreuzung Senefelder Straße

DIE GOLDFISCHE

Die Goldfische, Alireza Golafshan, D 2019, 112 Min., FSK: ab 12 Jahren

29 - BLINDED BY THE LIGHT

(die Veranstaltung musste wg. CORONA abgesagt werden)

WER IST HIER DER BOSS?

Eins vorneweg: Man muss Bruce Springsteen nicht zwingend verehren, um diesen Film sofort ins Herz zu schließen. Aber es schadet auch nicht! Wie die Songtexte von Springsteen einen britischen Jungen pakistanischer Abstammung im England der Thatcher-Ära eher zufällig erreichen, ihn dann durcheinanderwirbeln und fortan nie wieder loslassen, gleicht einem modernen Märchen. Und wie ebendieser 16-jährige Javed im tristen Luton mit Skinheads konfrontiert wird, seiner ersten Liebe begegnet und den Erwartungen seines Vaters entgegentritt, ist so herzzerreißend bebildert und wird durch die Songs als eine Art Erzähler begleitet. Deren Sehnsucht, Magie und universelle Kraft entfachen eine Sturm und Drang-Phase, die dazu führt, dass Javed beginnt, seinen Traum zu leben. Er möchte ausbrechen, losrennen und Schriftsteller werden, den Vorort, die Enge, alle Erwartungen hinter sich lassen. Zum Glück hat er ein paar zeitlose Ohrwürmer dabei, die Mut machen, trösten, alles Glück dieser Welt versprechen und einlösen. Ein kleiner, grandioser Coming-of-Age-Film, der die Schönheit des Aufbegehrens in jeder Sekunde einfängt –

Born to See!

Samstag - 28.03.2020 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: Einkaufszentrum KOMM - Aliceplatz 11

BLINDED BY THE LIGHT

Blinded by the Light, Gurinder Chadha; GROSSBRITANNIEN 2019, 118 min., FSK: ab 12 Jahren

28 - PARASITE

Man stolpert ja hin und wieder bei Filmkritiken über Sätze wie „So etwas haben Sie noch nie gesehen!“. Und ungefähr alle 15 Jahre stimmt das auch wenigstens einmal. Dann sind es Filme, die etwas mehr wagen, als alle anderen zuvor. Die etwas zu sagen haben. Und dies mit einer neuen Ästhetik tun …

„Parasite“ ist ein Familienfilm über zwei Familien. Eine ist arm, die andere reich. Doch wer sind hier die Parasiten?

Dem umjubelten Regisseur Bong Joon-ho gelingt etwas Einmaliges, nämlich die Verzahnung sämt- licher Genres, die eine ungeahnte politische Sprengkraft entfaltet. Ist es ein Thriller, eine Satire, ein ironischer Kommentar über falsches Leben im Kapitalismus? Egal was es ist, hier kommt alles zusammen. Soziale Ungleichheit und Klassenkampf–Phantasien waren nie erschütternder, komischer und anrührender zugleich. Und sie sind vor allem niemals schöner bebildert worden.

Insofern, ja: So etwas haben Sie noch nie gesehen! Wie damals bei „Pulp Fiction“ oder „Der letzte Tango in Paris“. Isso!

Samstag - 29.02.2020 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: Einkaufszentrum KOMM - Aliceplatz 11

PARASITE

Gisaengchung, Bong Joon-Ho; SÜDKOREA 2019, 132 min., FSK: ab 16 Jahren

27 - CAPERNAUM – STADT DER HOFFNUNG

„Capernaum“ erhielt im Mai 2018 in Cannes nicht nur den Großen Preis der Jury sondern daneben auch unglaubliche 15 min (!) Standing Ovations. Und ja, ihm sollte im Ladenkino ähnliche Wert- schätzung widerfahren. Denn Regisseurin Nadine Labaki erzählt die Geschichte eines etwa zwölf- jährigen Jungen aus den Armenvierteln von Beirut, der seine Eltern dafür verklagt, ihn geboren und sich dann nie um ihn gekümmert zu haben, mit einer unglaublichen Hingabe und in atemraubenden Bildern. Überhaupt diese Kamera: Ständig auf Augenhöhe der Kinder, oftmals händisch und halb dokumentarisch, mit brutalem Realismus. Und gleichzeitig eben auch alle seltsame Schönheit auf einmal einfangend, mit einer anrührenden Kraft. Sagen wir einfach, wie es ist: „Capernaum“ ist einer der stärksten, ungewöhnlichsten Filme der letzten Jahre. Einer, den man nicht mehr vergisst – der nachwirkt.

Der weitgehende Verzicht auf Musik, das Ein- tauchen in diese unbekannte Welt, in die Ghettos, die Slums und vor allem auch das Schauspiel des jungen Protagonisten ermöglichen eine Kinoerfahrung, die an Intensität ihresgleichen sucht. KOMM in die Welt des Ladenkinos …

Samstag - 08.02.2020 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: Einkaufszentrum KOMM - Aliceplatz 11

CAPERNAUM – STADT DER HOFFNUNG

Capharnaüm, Nadine Labaki; LIBANON 2018, 126 min.; FSK: ab 12 Jahren

26 - LEID UND HERRLICHKEIT

Pedro Almodóvar hat mit „Leid und Herrlichkeit“ möglicherweise nicht nur seinen besten Film überhaupt gemacht (ja zugegeben, recht meinungs- stark), sondern mit Sicherheit auch den schönsten des vergangenen Kino-Jahrzehnts. Sein unverhohlen stark autobiografisch geprägtes Alterswerk führt uns zunächst zurück in die Kindheit, spielt in der Gegenwart und blickt doch immer auch Richtung Zukunft. Auf all diesen Ebenen wirkt das Kino als eine Errettung.
Antonio Banderas spielt Pedro Almodóvar als alternden, von Krankheiten geplagten Regisseur, der nicht mehr arbeiten kann, auf eine so umwerfende und unfassbar umfassende Art, dass er hierfür alle Preise der Filmwelt verdient hätte.
Dem Begehren, dem Leid und der Liebe wurde
im Kino nur selten eindringlicher – oftmals auch augenzwinkernd – Ausdruck verliehen.
Und es sind dazu noch die Farben, die Musik, das Pathos, der Tanz, das Theater, der Rhythmus dieser Erzählung und ausnahmslos alle wunder- baren Nebenrollen, die hier so natürlich ineinander verschmelzen und dem Film eine Aura verleihen, der man sich im Grunde gar nicht entziehen kann. Ein ganzes Leben im Kino gewesen, Filme gemacht, in Bildern gedacht … und schließlich die Essenz allen Erlebens und aller Schönheit vereint in einem einzigen
Film. In einem Liebesfilm an das Leben selbst. So wirkt es jedenfalls … für uns in „Leid und Herrlichkeit“.

Samstag - 18.01.2019 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: Einkaufszentrum KOMM - Aliceplatz 11

LEID UND HERRLICHKEIT

Dolor y Gloria, Pedro Almodóvar; SPA/FRA 2019, 113 min, FSK: ab 6 Jahren

25 - 25 KM/H

Für den 25. Film des LADENKINOS haben wir uns recht lange Zeit gelassen und dafür etwas sehr Besonderes geplant: Eine Ausstellung aller bisherigen übergroßen Filmplakate, einen Jubiläumsfilm, der die 25 sowohl im Titel als auch im Herzen trägt und einen Ort, der wohl alle überrascht, der als Laden(fläche) wiederum Kino möglich macht und gemeinsames Erleben aufs Schönste zusammenführt.
Als sich zwei Brüder nach vielen Jahren auf der Beerdigung ihres Vaters in ihrem Heimatort wiedersehen, wirken sie vollkommen entfremdet. Während der eine (Bjarne Mädel) aus seinem Geburtsort nie wegging, Tischler wurde und den Vater bis zum Tod aufopferungsvoll pflegte, hat der andere (Lars Eidinger) Karriere im Aus- land gemacht und sich weitestgehend von familiären Strukturen losgesagt. Durch mehrere Partien Tischtennis auf dem Dachboden und nach einigen hochprozentigen Getränken, beschließen sie, ihren einstigen Plan, den sie als Fünfzehn- jährige machten, nun endlich doch in die Tat umzusetzen: Eine Deutschlandreise mit dem Mofa inklusive Tempolimit, pikanten Aufgaben, herrlicher Situationskomik, Melancholie, purer Schönheit und ganz wunderbarem Soundtrack.
KOMM ins Ladenkino – wir feiern 25 und diesen einmaligen Film!

Samstag - 07.12.2019 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: Einkaufszentrum KOMM - Aliceplatz 11

25 KM/H

25 Km/h, Markus Goller; D 2018, 116 Min.; FSK: ab 6 Jahren

24 - AUS DEM NICHTS

Kurz nach seiner Premiere hatte die deutsche Presselandschaft fast ausnahmslos Unverständnis, Spott und Häme für Akins filmischen Kommentar zu den NSU-Morden übrig. Die Vorwürfe zu „Aus dem Nichts“ beschrieben unisono, dass der Regisseur zu subjektiv, emotional, einseitig und aufgeladen vorgegangen sei, die Faktenlage weitestgehend ignoriert und ausschließlich die Opferperspektive eingenommen habe. Dass genau dies die große, unmittelbare Kraft des Films ausmacht, seine Dringlichkeit, die Trauer, die Wut, der Widerstand dadurch erst körperlich erfahrbar wird, wurde erst dann vereinzelt einge- standen, als er den Golden Globe gewann. Seit wann aber wird die Qualität eines Spielfilms exakt an der politischen Wirklichkeit gemessen? Man bekam langsam aber sicher den Eindruck, als dürfe dieser Künstler nicht frei entscheiden, wie er (s)ein Thema bearbeitet. Akin wollte doch offensichtlich keinen präzisen Dokumentarfilm drehen. Und erst recht keinen umfassenden Einblick in den NSU geben. Er hat es gemacht wie bei „Gegen die Wand“: mit Wucht, verzweifeltem Zorn und ganz viel Hingabe. Und er hat in Diane Kruger eine Darstellerin gefunden, die all das verkörpert und für ihn um ihr Leben spielt. Es ist ein brodelnder Film über Ohnmacht geworden und über das, was daraus manchmal erwächst – ein kühnes Statement gegen Rassismus. Fiktional, parteiisch, mit dem Herzen vor dem Kopf? Ja. Er macht, was er will. Und das, was er kann. So wie kein anderer hierzulande. Dem Himmel sei Dank!

Samstag - 30.03.2019 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

AUS DEM NICHTS

Aus dem Nichts, Fatih Akin; GER/FRA 2017, 106 min., FSK: ab 12 Jahren

23 - CALL ME BY YOUR NAME

Nach fast einem Jahr ohne unser geliebtes Ladenkino melden wir uns mit einem unserer Favoriten des letzten Kinojahres zurück. Wir haben uns für einen sommerlichen Hauch Italien im winterlichen Offenbach entschieden. Mit „Call Me by Your Name“ hat Regisseur
Luca Guadagnino einen zeitlos schönen Liebesfilm geschaffen, der Sexyness und Sehnsucht nicht abbilden wollte, sondern einfangen konnte. Dazu fungieren die Songs von Sufjan Stevens als eine Art Erzähler, das Landhaus und der Sommer als Schauplatz knisternder Intimität. Und da die beiden umwerfenden Hauptdarsteller meist auf ihren wunderschönen Rennrädern Platz nehmen,
ist das Werk einmal mehr gemacht für diesen Ort. Wer nach „Call Me by Your Name“ nicht auf einer Tanzfläche in Norditalien zu „Love My Way“ tanzen oder mit dem Rad an antike Tümpel fahren möchte, hat das Kino vermutlich nie wirklich geliebt. Und ja, wir werden neben Wein und Espresso heute Abend irgendwoher fruchtig-süße Pfirsiche besorgen. Wir waschen sie vorher. Amore!

Samstag - 23.02.2019 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

CALL ME BY YOUR NAME

Call me by your name, Luca Guadagnino; ITA/EL/AL. 2017, 132 Min., FSK: ab 12 Jahren

22 - ADAMS ÄPFEL

… also mal wieder ein Klassiker im Ladenkino! Für uns ist „Adams Äpfel“ jedenfalls durchaus so etwas wie ein moderner Genre-Klassiker, den man einfach immer wieder sehen kann – eine der originellsten, schwärzesten Komödien der letzten zwei Dekaden. Makaber bis zur und manchmal über die Schmerzgrenze (Oh Gott, diese „Fahrradszene“), eindrucksvoll klug bis zur letzten Sekunde, dabei hinreißend schräg, mutig, erlösend – getragen von durchweg herausragenden Darsteller-Leistungen. Und schließlich mit der Frage aller Fragen: „How deep is your love?“

Und ja, aus aktuellem Anlass backt Anja heute einen Apfelkuchen. Mit tiefer Liebe für diesen wunderbaren Film!

Samstag - 17.03.2018 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

ADAMS ÄPFEL

Adams Æbler, Anders Thomas Jensen; DEN 2005, 97 Min., FSK: ab 16 Jahren

21 - DIE ANDERE SEITE DER HOFFNUNG

Aki Kaurismäki hat das geschafft, woran sich viele Filmemacher in jüngster Zeit versuchten: Mit Dringlichkeit, Humor und Haltung in- szeniert der Regisseur die Flüchtlingsthematik als eine Art Parabel auf Sehnsucht und Solidarität. Hier kommt Kaurismäkis lakonisch- eigener Erzählstil, seine Ruhe und Präzision, das manchmal Surreal-Bizarre zu seiner end- gültigen Bestimmung. Dadurch erwachsen Wärme, Mitmenschlichkeit und Sympathien beinahe wie von selbst, die Charaktere stiften allesamt Hoffnung auf eine andere, eine irgendwie bessere Welt. Klingt fast zu schön, um wahr zu sein – ein wenig wie im Märchen. Je mehr Menschen diesen Film allerdings schauen, sich von ihm berühren lassen, umso schneller könnte es gehen. Dass der Einzelfall auch für Kaurismäki zählt, zeigt der Film sehr eindringlich, dass Menschenrechte überall und mit vereinten Kräften verteidigt werden müssen, ist ja irgendwie auch jedem klar. Nur kann man es filmisch kaum schöner umsetzen. Fremdheit ist überall. Freundschaft auch. Und ein Schuss finnische Utopie.

Das ist der Beginn eines wunderbaren Kinos …

Samstag - 27.01.2018 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

DIE ANDERE SEITE DER HOFFNUNG

Toivon Tuolla Puolen, Aki Kaurismäki, FIN/GER 2017, 98 Min, FSK: ab 6 jahren

20 - WAS HAT UNS BLOSS SO RUINIERT

„Warst du nicht fett und rosig? Warst du nicht glücklich?

Bis auf die Beschwerlichkeiten Mit den anderen Kindern streiten Mit Papa und Mama

Wo fing das an und wann?

Was hat dich irritiert?

Was hat dich bloß so ruiniert?“ (Die Sterne)

Tja. Wissen wir auch immer noch nicht so genau. Das brillante Generationenporträt von Marie Kreutzer über drei Wiener Hipsterpärchen um die Dreißig legt die Vermutung nahe, dass Kinder eine nicht unwesentliche Rolle bei all den Fragen spielen.

Der K(r)ampf ums Kinderkriegen, die Fragen an Erziehung, das Festhalten und Loslassen des etablierten Lifestyles, die Angst zu Spießern zu mutieren (und unter Umständen die Einsicht, dass man ja doch nie etwas anderes war) … „Was hat uns bloß so ruiniert“ seziert Lebensentwürfe und ihr Scheitern mit beeindruckendem Verständnis – charmant, humor- und liebevoll! Und ja, Fahrrad wird hier natürlich permanent gefahren.

Meistens mit Stützrädern …

Samstag - 18.11.2017 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

WAS HAT UNS BLOSS SO RUINIERT

Was hat uns nur so ruiniet, Marie Kreutzer; AUT 2016, 95 min., FSK: ab 0 Jahren

19 - WILDE MAUS

„Der muss unbedingt im Herbst bei uns im Ladenkino laufen, zum Glück gibt’s genug Fahrradszenen!“, sagte Anja unmittelbar nach erstem Erblicken der „Wilden Maus“. Recht hat sie. Und soviel Euphorie nach einem Kinobesuch ist bei ihr nicht allzu selbstverständlich.
Ja, Josef Haders Regiedebüt ist einfach ein Glücksfall! Verzweifelt, hochkomisch, entspannt, cholerisch, in jeder Sekunde Sympathie pur. Und dann spielt dieses Zwitterwesen von wildester Maus auch noch in Wien. Und die Musik kommt von Bilderbuch. Irgendwie ist alles hier ein bisschen kleiner, frecher und wunderbar richtig.

Und wir werden jetzt mal ordentlich Grünen Veltliner besorgen …

Samstag - 30.09.2017 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

WILDE MAUS

Wilde Maus, Josef Hader; AUT/D 2017, 103 Min., FSK: ab 12 Jahren

18 - VOR DER MORGENRÖTE – STEFAN ZWEIG IN AMERIKA

Das Nichterkennen herausragender deutscher Filme gehört zum Wesenskern und größten Problem der inländischen Filmbranche. „Vor der Morgenröte“ steht hierfür als Beleg par excellence. Auf Kosslicks Berlinale natürlich gänzlich ignoriert, musste sich Maria Schraders feinsinniges Psychogramm des Schriftstellers selbst beim Deutschen Filmpreis dem doch recht konventionellen „Der Staat gegen Fritz Bauer“ in allen Kategorien geschlagen geben.
Kaum ein Film der letzten Jahre hätte aber mehr Aufmerksamkeit bei Festivals und Publikum verdient gehabt. In ruhigen, aufgeräumten Bildern und mit einem faszinierend zurückgenom- menen Josef Hader als Stefan Zweig gelingt der Regisseurin eine Reflektion über innere Zustände der Heimatlosigkeit. „Vor der Morgenröte“ wirkt dabei präzise und elegant wie das Werk des Porträtierten selbst – einfühlsam, brisant und hochaktuell. Mehr geht nicht. Auch wenn man das hierzulande nicht immer gleich merkt …

Samstag - 22.04.2017 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

VOR DER MORGENRÖTE – STEFAN ZWEIG IN AMERIKA

Vor der Morgenröte, Maria Schrader, D/FRA/AUT 2016, 106 Min., FSK: ab 0 Jahren

17 - TSCHICK

„Das haben sich die Jugendlichen selbst aufgebaut.“

Fatih Akin macht einfach mal wieder locker und widmet sich einem nicht ganz so ambitioniert wirkendem Projekt wie noch zuletzt. Und das fühlt sich verdammt richtig an! Weil er die Sehnsucht, das Brennen, den Tschick-Spirit der Romanvorlage Wolfgang Herrndorfs nicht abbilden wollte, sondern einfangen konnte. Weil er so viele begeisternde Momente jugendlichen Leichtsinns spürbar werden lässt. Rasant, dringlich, komisch, auf den Punkt.

Let there be Rock!

Samstag - 11.03.2017 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

TSCHICK

Tschick, Fatih Akin; D 2016, 93 Min., FSK: ab 12 Jahren

16 - TONI ERDMANN

Ein Gebiss, eine Parmesanreibe und ein paar Petits Fours sind die Zutaten, die „Toni Erdmann“ zu einem der größten Filme aller Zeiten werden lassen.
Die situativ und doch beinahe in epischer Breite erzählte Vater-Tocher-Beziehung ist hochkomisch, anrührend zärtlich und tieftraurig zugleich. Maren Ade erinnert mit jeder Einstellung daran, was möglich ist. Immer noch, trotz allem, mehr denn je. – Im Kino, im Leben, im Hier und Jetzt.
Hat man so noch nicht gesehen.

Wird man so auch nicht mehr sehen: The Greatest Film of All!

Samstag - 21.01.2017 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

TONI ERDMANN

Toni Erdmann, Maren Ade; D/AUT 2016, 162 Min., FSK: ab 12 Jahren

15 - EWIGE JUGEND

Paolo Sorrentino lässt Harvey Keitel und Michael Caine in den Alpen über das Leben reflektieren. Klingt erstmal weniger spannend? – Ist aber mit Abstand das Schönste, was dem Kino der Gegenwart hätte passieren können. Ein filmischer Zauberberg – und auch ein bisschen Errettung!
Atemraubende Bilder und magische Simple Songs, die schönste Frau des Universums, der größte Fußballspieler aller Zeiten und das Erinnern an diesen Moment, an dem man Fahrradfahren lernte

… Zwei Stunden für ewig!

Samstag - 19.11.2016 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

EWIGE JUGEND

Youth, Paolo Sorrentino; ITA et al. 2015, 124 Min., FSK: ab 12 Jahren

14 - SING STREET

Nach dem wunderbaren „Once“ und dem strecken- weise etwas schwülstigen „Can a Song Save Your Life?“ hat John Carney erneut einen Musik- film gemacht. Und was für einen!

Eine zärtliche, kraftvolle Hommage an die Jugend, an Irland, die 80er, das Radeln zum Proberaum – an Sehnsucht, Leichtsinn, Liebe, Schmerz und Melodien tröstender Popmusik.

Und alles klingt nach The Cure, The Jam, Duran Duran, a-ha, The Clash … alles zusammen – umwerfend schön!

Samstag - 08.08.2016 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

SING STREET

Sing Street, John Carney; IRL/GBR/USA 2016, 106 Min., FSK: ab 6 Jahren

13 - OH BOY

Oh Ladenkino. Oh 13: Der erste Film den wir zeigen, ohne dass darin ein Fahrrad sichtbar ist. Oh Ausnahme. „Oh Boy“, dieses fantastische, melancholisch-augenzwinkernde, einfach alles irgendwie auf den Punkt bringende Regiedebüt-Wunder Jan Ole Gersters enthält dafür in seiner Schluss- und Schlüsselszene einen der bedeutendsten Monologe über das Fahrradfahren. Das reicht für die schönste Ausnahmeregelung seit es das Ladenkino gibt. Und Kaffee wird heute selbstverständlich literweise – ganz ohne Zetern und garantiert ohne den Columbia – gewohntermaßen gratis eingeschenkt.

Oh Boy, hier gehörst Du hin!

Samstag - 14.05.2016 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

OH BOY

Oh Boy, Jan Ole Gerster; D 2012, 83 Min, FSK: ab 12 Jahren

12 - BARBARA

Nina Hoss und Ronald Zehrfeld radeln gemeinsam entlang der Dünen und Christian Petzold macht daraus den besten deutschen Film seit – sagen wir – Fatih Akins „Gegen die Wand“. Vielleicht ist „Barbara“ letztlich sogar einer der größten Liebesfilme unserer Zeit geworden; eine Kippfigur voller Kälte und Wärme, Hoffnung und Resignation. Ein präzises Porträt der DDR ist er aber dann auch, dazu ein brillant fotografierter Suspense-Thriller, ein an Genauigkeit nicht zu übertreffendes Gesamtkunstwerk. Leise, laut, vibrierend, aufbegehrend, befreiend – Die Summe aller filmischen Teile.

Samstag - 20.04.2016 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

BARBARA

Barbara, Christian Petzold; D 2012, 105 Min, FSK: ab 6 Jahren

11 - VICTORIA

Ein Fahrrad.

Eine Nacht.

In einer Einstellung.

In einem Satz: So etwas hat man noch niemals zuvor im Kino erlebt.

Mit einem Wort: A t e m r a u b e n d !

Samstag - 19.03.2016 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

VICTORIA

Victoria, Sebastian Schipper; D 2015, 140 Min, FSK: ab 12 Jahren

10 - HIN UND WEG

Eine Radtour unter Freunden, deren Vorzeichen sich unterwegs entscheidend und schwerwiegend ändern. Krankheit als Weg, Radfahren als Roadmovie. Mit Florian David Fitz, Jürgen Vogel und Hannelore Elsner herausragend besetzt!

Samstag - 20.02.2015 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

HIN UND WEG

Hin und weg, Christian Zübert; D 2014, 95 Min, FSK: ab 12 Jahren

09 - DIE LIEBE UND VIKTOR

Don Quijote und Sancho Pansa auf ihren Drahteseln mit Rotwein durch Berlin … Komisch, improvisiert, beinahe ohne Geld entstanden. Dabei umwerfend schräg, durchtränkt von skurrilen Momenten der Sehnsucht wie auch Albernheit.

Regisseur Patrick Banush wird heute Abend anwesend sein. Wir halten exklusiv für diesen Anlass ein paar Zusatz-Pakete unseres süffigen Hausweins bereit.

All you need is … Ladenkino!

Samstag - 23.01.2016 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

DIE LIEBE UND VIKTOR

Die Liebe und Viktor, Patrick Banush; D 2009, 93 Min, FSK: ab 0 Jahren

08 - JULES UND JIM

„Filme sind zärtlicher als das Leben“, sagte François Truffaut. Beim Anblick von „Jules und Jim“ könnte man ergänzen, dass sie möglich- erweise manchmal auch impulsiver, poetischer, wahrhaftiger sind. „Film ist die Kunst, mit hübschen Frauen hübsche Sachen anzustellen“, entstammt allerdings ebenfalls den Worten des vielleicht bedeutendsten Regisseurs in der Geschichte des Kinos. Beim Anblick der wundervollen Jeanne Moreau auf ihrem Fahrrad lässt sich immer wieder und für alle Zeiten gültig feststellen: auch das, Monsieur. Auch das!

Samstag - 07.11.2015 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

JULES UND JIM

Jules et Jim, François Truffaut, FRA 1962, 106 Min., FSK: ab 12 Jahren

07 - MANCHE MÖGEN’S HEISS

„Well, nobody’s perfect!“ – Stimmt in diesem filmischen Ausnahmefall natürlich nicht ganz. Denn was Billy Wilder hier mit Marilyn Monroe, Tony Curtis und Jack Lemmon veranstaltete, gilt seit jeher vollkommen zu Recht als die eine, unübertroffene Komödie. Unverfrorener, klüger, mutiger, unterhaltsamer und stilbildender ging und geht es genau genommen nicht. Bleibt nur noch die Frage, ob es denn auch hier eine legendäre Fahrradszene zu begutachten gibt?

Perfekterweise: Ja!

Samstag - 10.10.2015 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

MANCHE MÖGEN’S HEISS

Some Like It Hot, Billy Wilder, USA 1959, 122 Min, FSK: ab 16 Jahren

06 - FAHRRADDIEBE

„Wisst Ihr, welchen Film Ihr unbedingt zeigen müsst?“ – „Kennt Ihr diesen italienischen Klassiker, der sogar irgendetwas mit Fahrrädern im Titel trägt?“

Wir wissen um ihn. Wir kennen und lieben ihn sehr. Und zeigen ihn nun endlich zum Auftakt in die zweite Spielzeit unseres Ladenkinos: Vittorio de Sicas „Fahrraddiebe“. Ein Meisterwerk der Filmgeschichte, und wohl nirgendwo besser aufgehoben als im schönen Offenbach

… Eine Rabattaktion auf gute Schlösser gibt es daher heute Abend vielleicht auch!

Samstag - 26.09.2015 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

FAHRRADDIEBE

Ladri di biciclette, Vittorio de Sica, ITA 1948, 88 Min, FSK: ab 12 Jahren

05 - SOMMER VORM BALKON

Wie gut dieser Film einfach ist! Wie traurig. Wie zart. Und liebevoll. Andreas Dresens (Halbe Treppe, Halt auf freier Strecke) Sommernächte in Berlin nehmen zwei Frauen in den Blick, die lieben, leiden, sich zerstören, durch Prenzlberg radeln, taumeln, abends auf dem Balkon zusammenfinden. Es ist ein eindringlicher, humorvoller, ganz und gar anrührender Film über Freundschaft, scheiternde Lebensentwürfe, Solidarität und Zusammenhalt. Eine Sternstunde des deutschen Films, die es schafft, Leichtigkeit, Verzweiflung und Humor so subtil und authentisch miteinander zu verbinden, dass man sich wünscht, viel häufiger am Leben dieser Menschen teilhaben zu dürfen. So sehen wir, dass Liebeskummer durchaus etwas Schönes sein kann, dass kleine Balkone großes Kino (ver)tragen.
„Nein, sorg’ Dich nicht um mich. Du weißt, ich liebe das Leben.“

Samstag - 02.05.2015 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

SOMMER VORM BALKON

Sommer vorm Balkon, Andreas Dresen, GER 2005, 106 Min, FSK ab 12 Jahren

04 - RUSHMORE

Rushmore steht wie kein anderer Film für das, was Wes Andersons Kosmos (Moonrise Kingdom, Grand Budapest Hotel) im Kern ausmacht:
Dieser Hang zu verschrobenen Charakteren, die Leidenschaft für Details, das seltsam-zweifelnde Changieren zwischen Chaos und Melancholie.
Diese kleine, eher unbekannte Komödie ist nicht nur eine der wundervollsten der 90er Jahre geworden, sie erzählt fast nebenbei so viel Wahres über Liebe, Sehnsucht, Jugend und Erwachsenwerden.
Anderson blickt hier mit den Augen eines adoleszenten Außenseiters auf (s)eine Welt, deren Schönheit, Charme und Wehmut nur so sichtbar werden kann.
Ähm, aber was hat das dieses Mal mit Fahrrädern
zu tun? Nun, das Zerstören eines Rennrads
wurde niemals geradliniger und cooler bebildert,
als in eben jener legendären Szene, in der
sich der wie immer fantastische Bill Murray als Professor an einem seiner Schüler rächt. Die Einzigen, die diesen demolierten Drahtesel jetzt vielleicht noch retten könnten … ja, genau: Der Reparaturservice im Ladenkino.
„Du bist mein Rushmore!“

Samstag - 18.04.2015 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

RUSHMORE

Rushmore, Wes Anderson, USA 1998, 89 Min, FSK ab 6 Jahren

03 - MOLIÈRE AUF DEM FAHRRAD

Eine Komödie über zwei alternde Schauspieler. Über Lebensmodelle, Ruhm und Eitelkeit. Über Neurosen, Würde und Selbstbetrug. Über den „Menschenfeind“, das Rezitieren auf Drahteseln und den Anspruch an Perfektion. Über Sprache, Melancholie und Sprachlosigkeit. Humorvoll wie bitter, exzentrisch wie feinsinnig – ein Filmjuwel im Widerspruch. Aber im schönsten!

Samstag - 14.03.2015 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

MOLIÈRE AUF DEM FAHRRAD

Alceste à bicyclette, Philippe Le Guay, FRA 2013, 104 Min, FSK ab 0 Jahren

02 - DAS MÄDCHEN WADJDA

In Saudi-Arabien gibt es keine Kinos. „DAS MÄDCHEN WADJDA“ ist der erste saudiarabische Film überhaupt. Und er wurde von einer Frau gemacht. Ein kleines Wunder also, wenn man bedenkt, dass Frauen dort weder Fahrrad noch Auto fahren, geschweige denn Regie führen dürfen. Ein größeres Wunder ist eigentlich nur noch, dass der Film diesen Hintergrund gar nicht benötigt. Zu beeindruckend ist letztlich das bloße Ergebnis. So poetisch, genau, liebevoll, mutig im Blick.

Und ja, kein Film in der Geschichte des Kinos, der das Fahrrad als Zeichen für Freiheit und Widerstand jemals symbolhafter, bezaubernder und sehnsuchtsvoller hätte darstellen können.

Samstag - 28.02.2015 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

DAS MÄDCHEN WADJDA

Wadjda, Haifaa Al-Mansour, KSA/GER 2012, 98 Min, FSK ab 0 Jahren

01 - WIR SIND DIE NEUEN

„WIR SIND DIE NEUEN“ ist der Programmpunkt Nummer 01 und dieser hat zugegeben recht wenig mit Radfahren zu tun (für ca. 5 Sekunden
aber schon!). Es war einfach zu verlockend, ihn trotzdem als Eröffnungsfilm zu wählen. Allein aufgrund des Titels, seiner Atmosphäre, des Humors, der Melancholie, der umwerfenden Ausgelassenheit, dieser trotzigen Lust aufs Leben.
Hier treffen die noch immer wilden 68er auf eine zunehmend gestresste, Bachelor-geplagte neue Spießigkeit. Die Dialoge zwischen den Gemeinschaften changieren durch brillanten Wortwitz ständig zwischen Träumen und Trauma. Das ganze Treiben wird serviert mit reichlich Rotwein, Nüsschen, Musik und Sinnsuche-Diskurs.
Mit Alt und Jung an einem Tisch. Wie im Film, so auch im Laden.

Samstag - 24.01.2015 - 20:00 - Einlass 19:30 Ort: LADEN artefakt - Starkenburgring 4

WIR SIND DIE NEUEN
Ralf Westhoff, GER 2014, 92 Min, FSK ab 0 Jahren